A2 2022 Spielbericht3

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MMM 2021/22 (A2) / Spielbericht 3. Runde

Freches Unentschieden: TSV Solln 1 - SC Haar 1931 3 4 : 4

Spielbericht:
Zu Siebt gegen einen DWZ-Rückstand von 261 Punkten (pro Brett) antreten und dann mit heiler Haut davonkommen --- diese Qualität der dritten Mannschaft im Nachholmatch der dritten Runde beweist das Glück des Tüchtigen. Haar 3 schleicht sich immer näher an den Erhalt der starken A-Klasse.

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Das nominelle Auswärtsspiel fand in Haar statt, weil die Sollner eine Kombination aus Aufstellungs-, Termin- und Platzproblemen hatten. Als Kollateralschaden bekamen auch wir ein Aufstellungsproblem, mussten ein Brett leer lassen. So ging es also schon mit einem Minuspunkt los, auch wenn witzigerweise der Gegner am halbleeren Spitzenbrett seinen einzigen Zug mit der falschen Farbe spielte, nämlich 1. c2-c4, obwohl er Schwarz hatte. Soviel zum Thema Verwirrung durch Raum-Zeit-Krümmung.

Unserem Kapitän Stephan VZ an Brett 3 (Weiß) blieb es vorbehalten, für Ausgleich zu sorgen. Nach einem ungeplanten Bauernschwund in seiner Rochadestellung setzte er alles auf Königsangriff, begünstigt durch eine beengte Stellung der schwarzen Dame und eine überoptimistische schwarze Rochade mitten in den Angriff hinein. Tatsächlich verlor Schwarz Haus und Hof und reichte die Hand zum 1:1 nach einer Stunde.

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Auch Korbinian an Brett 8 (Schwarz) büßte in der Eröffnung einen Bauern ein und versuchte folgerichtig, die dadurch halboffene Zentrallinie für Turmbatterien zu nutzen. Aber Weiß ließ sich nicht aus der Reserve locken, schickte seinen zentralen Mehrbauern erst dann ins Rennen, als dieser maximal störte. Manchmal ist da einfach nichts mehr zu machen, eine Lehrstunde, die jeder Schachstudent als unfreiwillige Beschleunigung seines lebenslangen Studiums erlebt. 1:2.

Doch Rettung nahte an Brett 5, wo Alex D. mit dem weißen Läuferpaar einen Königsangriff seiner Dame unterstützte. Er widerstand der Verlockung eines juckenden, aber unklaren Springeropfers und wartete geduldig auf eine durchschlagende Chance. Als sein dunkelfeldriger Läufer die schwarze Dame an ihren König fesseln konnte, war die Partie gelaufen und das Match wieder ausgeglichen. 2:2.

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Die Verteidigung von Markus (Brett 6, Schwarz) kränkelte bereits ausgangs der Eröffnung an kleinen taktischen Ungenauigkeiten, die zwei Mittelbauern kosteten. Gegenangriff war nicht in Sicht, und der Versuch, aus beengter Lage Initiative zu erlangen, führte vom Regen in die Traufe. Als eine Qualität verlorenging, dauerte der Entschluss zur Aufgabe nicht mehr lang. 2:3, erneuter Rückstand.

Mit einer positionell und taktisch kristallinen Partie überraschte Andreas D. an Brett 7 (Weiß) Freund und Feind. "Wie kann es sein, dass dieser Spieler nur eine Wertung von 1347 Punkten hat?", fragte sein fast 500 Punkte schwererer Gegner nach der Partie und durfte froh ums Remis sein. Der erreichte Zwischenstand von 2,5:3,5 sah trotzdem bedrohlich für die Mannschaft aus, denn Manfred stand an Brett 4 (Schwarz) unter heftiger Königsmassage, während Olaf an Brett 2 (Schwarz) eine offene Feldschlacht unter Zeitnot führte.

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Manfred (und die Mannschaft) hatte Riesenglück, dass sein Gegner eine brillante aber komplizierte Variante ausdachte, die nicht nur viel Bedenkzeit kostete, sondern auch eine unmittelbare Replik übersah: Ein Verteidigungszwischenzug erfolgte mit Schachgebot und ließ dadurch den gesamten weißen Angriff implodieren. Die gestohlene Mehrfigur brachte Manfred sicher nach Hause, 3,5:3,5, und plötzlich lebte Haar 3 wieder.

Ein Traum für die Zuschauer, ein Alptraum für die zwei verbliebenen Spieler: Der Ausgang des Matches hing nach dreieinhalb Stunden Spielzeit an einer einzigen Hochseil-Partie (Brett 2). Zeitnot zerrte zehn Züge lang an den Nerven der Spieler, die Blicke und Erwartungen der Zuschauermauer im Nacken. Jeder besaß einen aktiven Turm und ein Leichtfigurenpaar und suchte den "Lucky Punch". Die Mannschaftsführer fieberten mit, wurden nicht müde, ihren letzten Recken mit Blick auf die Doppeluhr zu sagen, dass doch ein Remis reiche. Schließlich und endlich wirkte kurz vor der Geisterstunde der Wink mit dem Zaunpfahl, die müden Rechner einigten sich auf eine Punkteteilung. Mit dem 4:4 waren nach dem Erlebten alle zufrieden, die Favoriten und wir Außenseiter sowieso.

Matchstatistik:
Vordermannschaft 2,5:1,5, Hintermannschaft 1,5:2,5.
Weißpartien 2,5:1,5, Schwarzpartien 1,5:2,5.

Nachholspiele haben die (immer noch schiefe) Tabelle der Klasse A2 nicht stark verändert. Weiterhin regiert SG Schwabing München Nord 1 mit 14:0 Mannschaftspunkten. FC Bayern München 6 hat 8:4 Punkte und kann im Restprogramm höchstens noch aufschließen. MSA Zugzwang 3 weist 7:3 Punkte auf. SC Garching 5 ist mit 6:6 Punkten neuer Vierter. TSV Forstenried 1 hat 5:7 Punkte, pluspunktgleich mit TSV Solln 1 (5:5). Münchener SC 5 bleibt auf 4:6 Punkten.

SK Neuperlach 1 und SC Haar 3 teilen sich nun mit je 3:7 Punkten die Ränge 8 und 9. Am Tabellenende verharrt SK Tarrasch München 3 mit 1:11 Punkten trotz eines Mehrspiels gegenüber den unmittelbaren Abstiegsrivalen.

Die nächste reguläre Runde (Runde 8) kann für den Klassenerhalt vorentscheidend sein, denn sie führt den SC Haar 3 am Freitag 13. Mai 2022 (19:30 Uhr) zum Tabellennachbarn SK Tarrasch München 3 im bekannten ASZ Untergiesing, Kolumbusstraße 33, 81543 München (U1/U2 Kolumbusplatz).

(kb)