RL202122 Spielbericht8

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Regionalliga Südwest 2021/22 / Spielbericht 8. Runde

Heuer zu zahm: SC Haar 1931 1 – SF Augsburg 1 1,5 : 6,5

Spielbericht:
Nachdem wir zwei Jahre lang die haushohen Favoriten aus Augsburg jeweils durch ein Mannschaftsremis auf dem Teppich der Liga zurückhalten konnten, ließen die Fuggerstädter heuer nichts anbrennen. Sie reisten mit vier Titelträgern an und landeten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg, der sie dem Aufstieg in die Landesliga näherbringt, ohne unseren Klassenerhalt zu gefährden.

Den DWZ-Rückstand von über 220 Punkten pro Brett bekam als Erster Walter an Brett 5 (Schwarz) zu spüren. Eine positionelle Hauruck-Aktion (schwarzer Läuferschlag auf f3) öffnete sichtbar die g-Linie gegen die schwarze Rochadestellung. Dennoch kam das bald nachfolgende Springeropfer auf f5 völlig überraschend und demonstrierte die taktische Findigkeit eines FM. Also 0:1 kurz nach dem Mittagsläuten.

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Eine Viertelstunde später musste auch Elmar an Brett 4 (Weiß) einräumen, dass sein Bauernopfer mit wildem taktischen Schlagabtausch auf ihn selbst zurückfiel. Die Partieaufgabe kam vielleicht ein bisschen früh, ersparte aber objektiv unnötige Qualen. 0:2.

Einen wohltuenden Anschlusstreffer erzielte Hans Christoph an Brett 8 (Weiß). Er schaffte es, die mit vier Steinen verstopfte c-Linie in einem Zug so freizulegen, dass der scheinbar schläfrige weiße Turm c1 plötzlich den schwarzen Bauern c5 fesselte. Ein schwarzer Springer fiel dieser taktischen Pointe zum Opfer, und die weiße Mehrfigur wirkte sich bald entscheidend aus. 1:2.

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Winfried hielt seine schwarze Stellung an Brett 7 umsichtig zusammen. Sie bot zwar kaum Konterchancen, doch auch Weiß fand angesichts verschiedenfarbiger Läufer keinen Ansatzpunkt für Verstärkung. So einigten sich die Kontrahenten auf Remis. Der Zwischenstand von 1,5:2,5 sah optisch noch ansprechend aus, ließ durchaus Raum für Fantasie.

Doch der weitere Lauf der Ereignisse erwies sich als recht einseitiges Vergnügen. Am Spitzenbrett gegen einen IM büßte Helmut (Schwarz) eine Qualität ein, pflanzte dafür einen quirligen Springer und verbundene Bauern in die Bretthälfte des Weißen. Just nach Überwindung der Zeitnotphase verlor er jedoch einen der stolzen Bauern und sah danach kein Land mehr. 1,5:3,5.

Zwei Minuten später musste auch Anton an Brett 6 (Weiß) seine erste Saisonniederlage quittieren. Diese war nach einer schnellen Entwicklung durchaus unnötig, vermutlich hätte ein prophylaktischer Läuferrückzug zur eigenen Königsstellung den Deckel auf allen Risiken gehalten. Die Diagonale a3-f8 war zwar ebenfalls lang, aber leer. Ein Reiz des Schachspiels besteht gerade darin, dass sich nicht alles vorhersehen lässt. 1,5:4,5, das Match war entschieden.

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Hagen bekam es an Brett 3 (Schwarz) mit einem weiteren FM zu tun. Sein schwarzer König kam wegen drohender weißer Schwerfiguren nicht zum Rochieren, aber der lang rochierte weiße König bildete ebenfalls eine treffliche Angriffsmarke. Die nachhaltigste Turmaufstellung gegen den weißen König entging Hagen allerdings in der Hitze der Zeitnot. Nach Damentausch verzog sich der Pulverdampf, ein Turmendspiel mit zwei Minusbauern blieb übrig und ließ sich auch von unserem schwarzweißen Riesen nicht mehr halten. 1,5:5,5.

Standesgemäß die längste Partie lieferte sich Christoph an Brett 2 (Weiß) gegen einen veritablen Großmeister. Bis ins Endspiel hinein sah es so aus, als hätte Schwarz nichts Greifbares auf dem Brett. Doch auf die Dauer entnervten die aktiven, koordinierten schwarzen Figuren (K, T, L) die weißen Insulaner (K, T, S) und generierten zwei Bauerngewinne. Im reinen Turmendspiel gab dieser Materialvorsprung dann schnell den Ausschlag. Endstand somit 1,5:6,5, ein bisschen zu hoch für die vorhandene Chancenverteilung, aber wie gesagt ohne fatale Auswirkung auf unsere Tabellensituation.

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Matchstatistik:
Vordermannschaft 0:4, Hintermannschaft 1,5:2,5.
Weißpartien 1:3, Schwarzpartien 0,5:3,5.

Von der Tabellenspitze können die Schachfreunde Augsburg 1 (12:0 MP, 42,5:5,5 BP) fast schon mathematisch nicht mehr verdrängt werden. Neuer Zweiter ist der SC Sendling 1 (8:4 MP, 30:18 BP), der durch einen kampflosen 8:0-Erfolg gegen SC Garching 3 nun mehr Brettpunkte aufweist als SC Haar 1 (8:4 MP, 26,5:21,5 BP). Mit 6 Pluspunkten folgen SC Dillingen 1 und SC Roter Turm Altstadt 1 auf den Plätzen 4 und 5.

Die zweite Tabellenhälfte wird angeführt von TSV Haunstetten 2 (5:7 MP), vor SC Kempten 1 (4:8), SC Garching 3 (4:6) und SK München Südost 2 (3:9). SK Rochade Augsburg 1 bleibt trotz eines ersten Sieges Schlusslicht mit 2:10 Mannschaftspunkten.

Die nächste Runde (Nachholung der Runde 5) folgt bereits am kommenden Sonntag 15. Mai 2022, wiederum zu Hause, gegen den Tabellenachten SC Garching 3.

(kb)