RL202627 Spielbericht1: Unterschied zwischen den Versionen

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An Brett 6 sah landete Walter in einem etwas ungewöhnlichen Pirc und versuchte, rechtzeitige Gegenentfaltung zu organisieren. Aber ein oder zwei noch zu erforschende Aspekte des Plans gingen nicht auf. Weiß tauschte und tauschte, bis ein Damenendspiel mit einem dominantem weißen Springer und einem unaufhaltsamen freien a-Bauern übrig blieb. Großer Vorsprung von 3,5:1,5 für die Gastgeber um 13:30 Uhr.
An Brett 6 sah es lange Zeit so aus, als wäre es Walter (Schwarz) gelungen, seinen Gegner in sein geliebtes Gründfeld-Indisch zu ziehen und rechtzeitige Gegenentfaltung zu organisieren. Aber ein oder zwei noch zu erforschende Aspekte des Plans gingen nicht auf. Weiß tauschte und tauschte, bis ein Damenendspiel mit einem dominantem weißen Springer und einem unaufhaltsamen freien a-Bauern übrig blieb. Großer Vorsprung von 3,5:1,5 für die Gastgeber um 13:30 Uhr.


Tröstlicherweise zeigte sich an Brett 1 schon länger eine anschwellende Initiative für unseren Weißspieler Helmut. Seine Liebe zu Studien zahlte sich aus: Er sah die knifflige Widerlegung einer Abzugsschachdrohung messerscharf voraus und erlaubte sich daher einen Bauernraub, den Normalsterbliche nicht gewagt hätten. Danach war Fortschritt immer noch schwierig, aber für die Haarer Zuschauer schön zu beobachten, wie die weißen Schwerfiguren harmonierten. Also nur noch 3,5:2,5 um 14 Uhr.
Tröstlicherweise zeigte sich an Brett 1 schon länger eine anschwellende Initiative für unseren Weißspieler Helmut. Seine Liebe zu Studien zahlte sich aus: Er sah die knifflige Widerlegung einer Abzugsschachdrohung messerscharf voraus und erlaubte sich daher einen Bauernraub, den Normalsterbliche nicht gewagt hätten. Danach war Fortschritt immer noch schwierig, aber für die Haarer Zuschauer schön zu beobachten, wie die weißen Schwerfiguren harmonierten. Also nur noch 3,5:2,5 um 14 Uhr.

Version vom 12. Oktober 2026, 14:12 Uhr

Regionalliga SW 2026/27 / Spielbericht 1. Runde

Oskarreifes Drama: SC Kempten 1 - SC Haar 1 4,5:3,5

Spielbericht:
Der Saisonauftakt im Allgäu führte unsere erste Mannschaft im Zeitraffer durch alle Höhen und Tiefen des Schachspielerlebens: Herber Rückstand, wundersame Aufholjagd, keimende Hoffnung, überschwingende Euphorie, Stolpern über einen Kieselstein. Obenauf ein einsamer Held, der studienartig am Spitzenbrett siegte.

Wie es sich für ein tragisches Schicksal gehört, schlich es sich harmlos an: Noch vor dem Mittagsläuten sicherte Winfried einen halben Schwarzpunkt an Brett 4. Eine komplizierte Verteidigungsschlacht (markant: frühes c3) mündete in ein Turmendspiel, in dem Weiß nur noch die Wahl hatte, Dauerschach zu geben oder einen Bauern zu verlieren. Also 0,5:0,5 um 11:45 Uhr.

An Brett 8 (Schwarz) warf sich Per unkonventionell ins Getümmel, überraschte gleich in der Eröffnung seinen 121 DWZ-Punkte höher eingestuften Gegner mit einem Bauernopfer, um Verwirrung zu stiften. Leider verwirrte er auch sich selber, übersah eine Springergabel und kämpfte mit Minusqualität vergeblich weiter. 1,5:0,5 für die Gastgeber um 13 Uhr.


Minuten später flüchtete Hagen an Brett 3 (Weiß) per Springeropfer in ein Dauerschach der weißen Dame, nachdem der Gegner in einem angenommenen Damengambit den Mehrbauern zäh einbehalten hatte. 2:1, es blieb bei der Führung der Kemptener.

An Brett 2 stemmte sich Elmar mit den schwarzen Steinen und seiner geballten Erfahrung gegen die nächste ungewöhnliche Eröffnung --- frühes c3 verhinderte Nimzowitsch-Indisch. Auf ungewohntem Terrain verbrauchten beide Spieler viel Bedenkzeit, hatten nach 23 Zügen nur noch einstellige Minutenzahlen übrig und einigten sich daher mit immer noch viel Material auf dem Brett auf eine Punkteteilung. 2,5:1,5 um 13:13 Uhr.


An Brett 6 sah es lange Zeit so aus, als wäre es Walter (Schwarz) gelungen, seinen Gegner in sein geliebtes Gründfeld-Indisch zu ziehen und rechtzeitige Gegenentfaltung zu organisieren. Aber ein oder zwei noch zu erforschende Aspekte des Plans gingen nicht auf. Weiß tauschte und tauschte, bis ein Damenendspiel mit einem dominantem weißen Springer und einem unaufhaltsamen freien a-Bauern übrig blieb. Großer Vorsprung von 3,5:1,5 für die Gastgeber um 13:30 Uhr.

Tröstlicherweise zeigte sich an Brett 1 schon länger eine anschwellende Initiative für unseren Weißspieler Helmut. Seine Liebe zu Studien zahlte sich aus: Er sah die knifflige Widerlegung einer Abzugsschachdrohung messerscharf voraus und erlaubte sich daher einen Bauernraub, den Normalsterbliche nicht gewagt hätten. Danach war Fortschritt immer noch schwierig, aber für die Haarer Zuschauer schön zu beobachten, wie die weißen Schwerfiguren harmonierten. Also nur noch 3,5:2,5 um 14 Uhr.


Dies war die Phase der aufblühenden Hoffnung, denn unser Geburtstagskind Hans Christoph war am Weißbrett 7 dem Gegner nicht nur von der Schaufel gesprungen, sondern fand sich plötzlich sogar auf der Siegerstraße wieder, während Julian an Brett 5 (Weiß) schon die ganze Zeit am Drücker war und nur noch auf das Herunterfallen der reifen Frucht wartete. Im kühnsten aller Haarer Träume schienen also sogar zwei Brettpunkte und mithin noch ein Drehen des Gesamtergebnisses möglich, auf jeden Fall ein Mannschaftsremis durch 1,5 Brettpunkte aus den zwei längsten Partien.

Doch Schachgöttin Caïssa hatte andere Späße im Sinn. Hans Christophs Damenendspiel mit Freibauer auf der sechsten Reihe versandete in einer Dauerschachsalve der schwarzen Dame. Für Menschen schwierig, für Computer einfach zu sehen, dass eine Zentralisierung der weißen Dame die Hyperaktivität der schwarzen Dame eingebremst hätte. Im Nachhinein ist man immer schlauer, und der halbe Brettpunkt war ja immer noch ein Trittstein auf dem Weg zum Mannschaftsremis, wenn die Partie an Brett 5 ihr wahrscheinlichstes Ende nehmen würde.




Zuspitzung, Zeitnot und Zuschauerzuspruch sind Zutaten für Zerreißproben. Das Drama des 11. Oktober 2026 näherte sich seiner Vollendung am letzten aktiven Brett. Beide Kontrahenten an Brett 5 lebten nur noch vom Inkrement. Julians schaffte es, seinen Gegner durch den Zug Kg4! bei halbvollem Brett in eine Zugzwangstellung zu bringen:




wonach dieser daraufhin mit Te5 die Qualität opfern musste. Die Partie schien auf einen glatten Weißsieg zu konvergieren, als das Unwahrscheinliche passierte: Schwarz konnte Damentausch erzwingen und anschließend eine Springergabel auf K+T ansetzen. Die meisten Spieler hätten hier das Handtuch geworfen, doch Julian bewies unglaubliche Widerstandskraft, zielte auf das berüchtigte Endspiel wK gegen schwarzes Leichtfigurenpaar L+S. Schwarz wollte diese Komplikation unbedingt vermeiden, erlag dann aber seiner Müdigkeit, verlor den letzten schwarzen Bauern, ohne die letzte weiße Figur erobert zu haben, und fügte sich in das nun unausweichliche Remis --- wohlwissend, dass die Gastgeber damit ihren Heimsieg in der Tasche hatten, 4,5:3,5.

Matchstatistik aus Haarer Sicht: Vordermannschaft 2,5:1,5, Hintermannschaft 1:3; Weißpartien 2,5:1,5, Schwarzpartien 1:3.

An der Tabellenspitze nach der ersten Regionalligarunde liegen SC Garching 4 (6,5 Brettpunkte), Münchener SC 2 (5,5 BP) und SF München 1 (5 BP).

Runde 2 folgt in zwei Wochen, am Sonntag 25. Oktober 2026 (10 Uhr), als Haarer Heimspiel gegen den Tabellendritten SF München 1.

Spiellokal: Mittelschule Haar (Obergeschoss), Konradstraße 7, 85540 Haar.

(kb 12.10.2026)